Was muss ein Besuchshund alles können?
Also fangen wir mal von vorne an.  
Die Grundübungen wie Sitz, Platz und Fuß muss der Hund schon beherrschen. Er darf sich nicht aggressiv zeigen. Sollte gelassen gegenüber Mensch und Tier sein. Muss Leckerlis mögen. Und was ganz besonders wichtig ist, er muss Menschen lieben. Egal ob Klein oder Groß, Jung oder Alt.  
Dann kommt die eigentliche Ausbildung:

Gerüche, verschiedene Untergründe dürfen den Hund nicht ablenken. Türen, die sich automatisch öffnen, müssen den Hund kalt lassen. Treppen, egal ob Holz oder Stein, schmal oder breit, glatt oder stumpf, darf den Hund nicht stören. Über Fußabstreifgitter muss der Hund rüber gehen.

             

                           
Gitterroste  
Automatiktüren

 

Was noch?

Kleine Hunde müssen lernen auf ein Hörzeichen hin, auf den Schoß des Bewohners zu springen. Er darf es auf keinen Fall alleine machen. Große Hunde lernen auf den Oberschenkel des Hundeführers mit den vorderen Beinen zu steigen. Das erleichtert den Rollstuhlfahrer das Streicheln des Hundes.

Der Hund darf nicht nach einem Leckerli schnappen, sondern muss es vorsichtig nehmen. 

Jede Hand ist anders. Auch das muss sich ein Hund gefallen lassen, auch wenn es manchmal drückt. Eine Umarmung muss der Hund ebenfalls zulassen können.

 
   
   
Manche Bewohner liegen im Bett. Der Hund bekommt eine eigene Decke in das Bett gelegt. Dann springt der Hund auf das Bett und legt sich auf seine Decke zu dem Bewohner. Oder wie hier auf dem Bild zu sehen, wenn kein Platz vorhanden ist, sollte der Hund mit den vorderen Füßen auf das Bett springen. Hier kommt aber noch das Bettgitter dazu. Es ist aus lackiertem Holz und sehr glatt.

 

   
   

Mikki bei der Arbeit mit einer Bewohnerin im Bett

Nach getaner Arbeit, ist aber auch anstrengend.

 
 

Diese sehr gute Information habe ich auf der Homepage Besucher auf vier Pfoten entnommen.

 
Ungeschicktes und “herzhaftes” Anfassen und Drücken am ganzen Körper, sowie Rollstühle und Gehhilfen, laute Geräusche und schrille Stimmen, auffallende Kleidung oder ungewöhnliche Bewegungen, glatte Böden und enge Fahrstühle, automatisch öffnende Türen oder fremde Gerüche, all das sollte einen Besuchshund nicht aus der Ruhe bringen. Er sollte unaufdringlich und vorsichtig Leckerbissen entgegen nehmen und sich auch einmal von fremden Personen an der Leine führen lassen.

Die sorgfältige Sozialisierung und Erziehung zum Grundgehorsam sowie die enge, vertrauensvolle Bindung des Hundes an seine feste Bezugsperson, sind wichtige Voraussetzungen für den Einsatz im Besuchsdienst. Auch ein gepflegtes, ansprechendes Äußeres (dabei spielt die Rasse keine Rolle) und eine gute gesundheitliche Verfassung des Hundes (regelmäßiger Tierarzt-Check, Impfungen, Entwurmung) sowie eine Hundehaftpflichtversicherung sollten selbstverständlich sein.

Die wichtigsten Eignungskriterien für einen Besuchshund sind aber seine Charaktereigenschaften und seine Verhaltensweisen. So sollte ein Besuchshund wesensfest, sanft, menschenfreundlich, geduldig, friedfertig, sicher und frei von jeglicher Aggression sein. Er darf weder nervös noch schreckhaft, ängstlich, wehleidig oder ein Kläffer sein. Er sollte eine hohe Reizschwelle und eine freundliche Ausstrahlung haben und Belastungen gut ertragen können.

Nur ein entspannter, ausgeglichener und in Harmonie mit seinem Hundeführer lebender und arbeitender Hund ist in der Lage, die in erster Linie gefühlsmäßig und auf der Ebene von Stimmungsübertragung zustande kommende positive Interaktion von Mensch und Tier zu bewirken. Ist der Hund auch noch regelrecht süchtig nach Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten und Leckerchen, hat er schnell viel Spaß an seiner Aufgabe. Da das Wohl des Hundes einen wichtigen Faktor im sensiblen Wechselspiel zwischen Mensch und Tier darstellt, gilt es darauf zu achten, dass der Hund seine “Fans” freudig und freiwillig besucht, da er weder gefährdet noch überlastet wird.

 
 

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